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Interview mit BRENNPUNKT-ORANGE.DE


Alles war für ein Fußballfest am Sonntag vorbereitet. Die Vorfreude der Verantwortlichen des FC Saalfeld auf das Pokalhalbfinale gegen die BSG Wismut Gera war immer und an vielen Stellen spürbar. „Die Vorbereitung verlief bisher wirklich hervorragend. Alle haben bei uns Hand in Hand zusammengearbeitet. Niemand hat uns zugetraut, dass wir 1.500 Karten verkaufen können“, berichtet Falko Smirat, Mitglied im Hauptausschuss des FC Saalfeld. Die Gastgeber hatten im Vorfeld 5.000 Flyer in der Feengrottenstadt verteilt, mit großflächigen Plakaten auf 15 Stadtbussen geworben und nahezu täglich die sozialen Medien mit neuen Informationen befüllt. „Für alle Fußballfreunde ist das Spiel zweifelsohne der Höhepunkt in unserer jungen Vereinsgeschichte“, so Smirat.

Mindestens genauso groß war die Euphorie im BSG-Umfeld: Viele Fans, die nicht mehr in Gera wohnen, hatten bereits Urlaub eingereicht und ihre Fahrt nach Gera bzw. Saalfeld geplant. Zahlreiche Unterstützer aus vergangenen Jahren hatten sich für das Halbfinale angekündigt. Die 300 offiziellen Tickets waren innerhalb von 8 Stunden ausverkauft. Gerüchten zufolge wurden auf dem „Schwarzmarkt“ noch ca. 100 Tickets an Anhänger der BSG verkauft. Dies macht deutlich, wie groß die Vorfreude bei den Geraer Fans war bzw. ist. Nach den letzten Monaten voller interner Streitigkeiten kam das Halbfinale und der damit verbundene große Zuspruch gerade passend.

Doch mitten in diese Vorfreude platzte die Spielabsage. „Die Stadt Saalfeld/Saale informierte heute den FC Saalfeld e.V., über ihre Entscheidung, den Hauptrasen im Stadion an den Saalewiesen wegen Unbespielbarkeit mit sofortiger Wirkung zu sperren“, vermeldeten die Gastgeber sowie die Verantwortlichen der Stadt auf ihren Facebook-Accounts. Vier Tage vor dem geplanten Termin sorgte die Absage für kritische Nachfragen und teils emotionale Diskussionen auf der Facebook-Seite der Gastgeber. „Wir stehen hinter der Entscheidung der Stadt. Wir haben alles Erdenkliche versucht und standen auch mit einem Anbieter von Planen im Gespräch, die bei der Rasentrocknung zum Einsatz kommen. Dies musste aber verworfen werden. Der Frost ist einfach zu tief im Rasen drin, eine Bespielbarkeit ist nicht gegeben“, so Smirat. Die Stadt hatte am Mittwoch den Rasen bei einem Vor-Ort-Termin analysiert und die Austragung des Halbfinales abgelehnt. Klar war auch, dass die Verantwortlichen mit einer Entscheidung nicht bis Freitag warten konnten. „Für dieses Sicherheitsspiel muss eine umfassende Infrastruktur wie Bauzäune, Versorgung, mobile Toiletten usw. vorgehalten werden. Wir können die ganzen Bestellungen nicht erst am Freitagabend stornieren. Die finanziellen Folgen wären für den FC Saalfeld nicht tragbar. Das galt es abzuwenden“, erklärt Falko Smirat.

Dass zeitgleich mit dem ursprünglich geplanten Halbfinale-Termin ein Punktspiel der Frauen- Verbandsliga zwischen dem 1. FFC Saalfeld und dem FFC Gera ausgetragen werden soll, sorgte bei den Anhängern der BSG für Verwunderung. „Der Sportplatz in der Langenschader Straße ist eine beliebte Spielstätte mit Tradition. Er ist aber keine Alternative, denn er verfügt nicht über die infrakturkturellen Voraussetzungen für die Durchführung eines Sicherheitsspiels“, stellt Smirat klar. Grundsätzlich kann auch hier nicht ausgeschlossen werden, dass der Platz durch die Stadt gesperrt wird.

Zum neuen Termin wollte sich Falko Smirat vom FC Saalfeld vor einer offiziellen Bestätigung nicht äußern. „Wir wollten nicht jeden Tag einen neuen geplanten Termin veröffentlichen und bei fehlender Bestätigung neuen Frust produzieren“, so der engagierte Marketingspezialist. Nunmehr steht allerdings fest, dass das Spiel am 7. April stattfinden wird. „Alle ausgegebenen Tickets behalten ihre Gültigkeit. Wir hoffen, dass wir nach der Terminbekanntgabe den Spannungsbogen wiederaufbauen können und freuen uns weiterhin auf ein großes Fußballfest in Saalfeld“, so Smirat abschließend.

Der link zum Interview mit Danny Neidel: www.brennpunkt-orange.de/2323

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