Hall of Fame

Die Hall of Fame des FCS ist ein Ort der Erinnerung an Menschen, die durch ihren Erfolg und durch ihr Engagement im Verein oder darüber hinaus Geschichte geschrieben haben und sich besondere Verdienste erwarben, Persönlichkeiten die zu verschiedenen Zeiten mit dem FC Saalfeld verbunden waren oder sind. Die Erinnerung an ihre Erfolge und an die von ihnen initiierten Veränderungen sollen Motivation für unsere heutige Generation sein, sich intensiv dem Sport und seiner sinnstiftenden Wirkung zu verschreiben.
 
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wenn Sie einen Vorschlag für einen geeigneten Kandidaten haben, freuen wir uns über Ihren Hinweis unter info@fc-saalfeld.de

Fleischer, Wolfgang

    ∗ 5. September 1928
    † 7. September 2012

Wolfgang Fleischer war über 50 Jahre Mitglied in unserem Verein und leitete als Schiedsrichter über 2800 Spiele. Als Referee schaffte er den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse der damaligen DDR und nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn war er weiter als Funktionär für seinen Verein, den er immer die Treue hielt, in verschiedenen Funktionen des Schiriwesens im Kreis und im Land Thüringen tätig.  Mit seinem unermüdlichen Engagement für den Fußballsport war er immer ein großes Vorbild. Zum 90. Vereinsjubiläum am 24.01.1996 wurde Wolfgang Fleischer zum Ehrenmitglied ernannt. Wir werden ihn stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Büchner, Dieter

    ∗ 1. Februar 1948
    † 27. Oktober 2011 in Saalfeld

war aktiver Fußballspieler, Sponsor  und  1. Vorstandsvorsitzender des VfL 06 Saalfeld von 1993-1999. Zuletzt spielte er aktiv bei den Alten Herren des VfL 06. 

Oßwald, Paul

    ∗ 4. Februar 1905 in Saalfeld
    † 10. November 1993 in Frankfurt am Main

war ein deutscher Fußballspieler und -trainer, der als Trainer von Eintracht Frankfurt im Jahr 1959 die Deutsche Fußballmeisterschaft errang. Im heimischen VfL Saalfeld begann der Jugendspieler Paul Oßwald mit dem Fußballspiel.

 

Paul Oßwald - Ein Deutscher-Meister-Trainer aus der Jugend des VfL 06 

von Christian Uthe

 

Der VfL 06-Nachwuchs ist für seine Leistungsstärke allseits anerkannt. Das die gute Nachwuchsarbeit seit Bestehen des Verein  Tradition besitzt, überliefert die Chronik. Das aus der Saalfelder Kaderschmiede aber auch eine Trainerlegende hervorging, ist bislang eher unbekannt geblieben.

 

Paul Oßwald wurde am 4. Februar 1905 in Saalfeld geboren (2) und begann beim VfL 06 Saalfeld das Fußballspielen. Bei Minerva 93 Berlin spielte er später als Aktiver zumeist auf der Position des rechten Läufers. Als Absolvent der Deutschen Hochschule für Leibesübungen legte er in Berlin die Prüfung zum Sportlehrer ab. (2) „Wahrscheinlich war er der beste und gelehrigste Schüler des einstigen Reichstrainers Prof. Otto Nerz an der Deutschen Sporthochschule in Berlin.“ (1)

 

Oßwald fungierte bereits als 24-jähriger Sportlehrer bei der Frankfurter Eintracht, nicht nur auf dem Fußballsektor. Als 27-jähriger Trainer führte er 1932 die Eintracht in das deutsche Endspiel gegen Bayern München (0:2). (2) Für diese Zeit sind der VfL 06-Chronik Oßwalds Beziehungen zu seiner Heimatstadt entnehmbar. So begaben sich VfL-Mitglieder auf einen Ausflug mit dem Autobus nach Frankfurt zu einem Spiel der Eintracht. Und im Frühjahr 1930 verweilte das Juniorenteam der Frankfurter Eintracht in Saalfeld (2:2). Bis 1938 blieb er in Frankfurt (1). Im Krieg war er Offizier, als er 1946 aus der Gefangenschaft zurückkehrte (3), führte Oßwalds Weg zu den Offenbacher Kickers (1946-58). Fußball-Lehrer, strenge Vaterfigur und absolute Respektsperson, heißt es in der Festschrift „100 Jahre Kickers Offenbach“: Oßwald hievte die Kickers in zwölf unvergesslichen Jahren aus dem Lokalrahmen unter die deutsche Elite (1). „Oßwald verjüngte erstmal die Kickers und stellte sie dann spielmäßig völlig um. Sie mußten ihren früheren kickand-rush-Stil ablegen und ihr inzwischen prächtig ausgereiftes Kombinationsspiel übernehmen.“(3) Über seine Arbeitsweise als Trainer gibt vielleicht eine kleine Episode aus dieser Zeit Aufschluss: „...1948, wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison, lud Oswald die "erste Männer" zu sich nach Hause ein. Zu einer zwanglosen Aussprache über das bißchen Leben, diesen so rasant gewordenen Sport und den alten Verein, der sich seit 1901 bemühte, einmal in die vorderste Linie zu kommen. An jenem August-Abend 1948 wurde die Offenbacher Meister-Elf geboren. Fünfzehn Männer (die Elf, drei Ersatzspieler und der Trainer) verschworen sich, es in nochmals zwei Jahren Kleinarbeit zu schaffen. 1949 reichte es zur süddeutschen Meisterschaft.“ (3)

 

1958-1964 trainierte er zum dritten Mal Eintracht Frankfurt: Als er 1959 mit Eintracht Frankfurt das deutsche Endspiel ausgerechnet gegen seine alten „Offenbacher Kickers 5:3 n.V. gewann, man sprach in Berliner Stadion vom „Osswald-Derby“, war ihm endgültig der Titel „Meistermacher vom Main“ (1) gegeben. 1960 führte er mit der Eintracht sogar den ersten deutschen Klub in ein Endspiel des Europacups. Am 18. Mai 1960 verwiesen die zwei Real-Stars Ferenc Puskás und Alfredo Di Stéfano mit vier bzw. drei Treffern das Team von Paul Oßwald in die sportlichen Grenzen: Real Madrid feierte im Hampden Park einen 7:3-Erfolg. (2) "Man sollte Real Madrid einfach den Pokal geben und einen zweiten für die Mannschaft machen, die sich das Recht erkämpft, im Finale von Real gedemütigt zu werden." Dies sagte Paul Oßwald nach dem "Jahrhundertspiel". (4) Zwei Herzinfarkte führten später am 17. April 1964 zum Rücktritt vom Traineramt. (2)

 

„Paul Oßwald war ein Gründlicher, ein Perfektionist: „Stopp, schau, pass“, hallte es oft. Am Kopfballpendel ging es unentwegt zur Sache. Echte Talente waren nirgends besser aufgehoben als bei einem Paul Oßwald.“ (1) In welcher Weise er bei der Betreuung der erfolgreichsten A-Jugendteams in Offenbach auf seine Erfahrung bei der VfL 06-Jugend baute, bleibt leider bislang unbekannt.  Weiter heißt es: Hohen Wert legte er auf Auslandsreisen, Spiele gegen ausländische Klubs: „International lernst du am meisten dazu.“ Zum wirklichen Fußball-Können gibt es folgende These von ihm: „Wenn du einmal schlecht spielst, dazu den Schiedsrichter gegen dich hast und gewinnst trotzdem, dann bist du gut“. Und nach Kriegsende wurde Oßwald sogar als künftiger Bundestrainer gehandelt, „aber der Vorsprung des volkstümlicheren Sepp Herberger war zu groß, fachlich lagen beide gewiss auf einer Höhe.“ (1)

 

In einem Interview zum 50jährigen Jubiläum des deutschen Finales Kickers gegen Eintracht beschreibtder Ehemalige Herrmann Nuber den Trainer Paul Oßwald: "Er war ein toller Lehrer. Er hat die Spieler auch mal an die Hand genommen, hat ihnen im Training gezeigt, was er sich vorstellt. Das sah es schon mal auf dem Spielfeld aus wie auf dem Schachbrett." (5) Und auf die Frage welchen Fußball er bevorzugte, antwortete Nuber "Den einfachen Fußball. Und den haben wir geübt. 3 gegen 1 und 4 gegen 2. Immer wieder. Außerdem ganz gezieltes Training für das Kopfballspiel sowie für den linken und rechten Fuß. So etwas gibt es heute ja nicht mehr. Oßwald hat dir beim schwachen Fuß auch schon mal den Schuh ausgezogen und immer wieder flanken lassen, so lange, bis du das gekonnt hast." (ebd. 5) Und der ehemalige Eintracht-Kicker Dieter Stinka fügte hinzu "Paul Oßwald hat es fertig gebracht, jeden Spieler besser zu machen. Ich selbst wäre 1958 wegen ihm fast nach Offenbach gegangen. Da war schon alles klar. Ich wollte einen guten Trainer und er war der Beste." (ebd. 5)

 

Paul Oßwald war außerdem Mitbegründer und der erste Präsident (1957-63) des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden des BDFL ernannt. Der DFB etablierte 1967 eine Vermittlungsstelle für Trainer und Spieler – die Paritätische Vermittlungsstelle des DFB –, um illegalen Spielervermittlern das Handwerk zu legen. Paul Oßwald leitete die Stelle, die im Frankfurter DAG-Haus an der Bockenheimer Landstraße ihren Sitz hatte. Die Paritätische Vermittlungsstelle wurde unterstützt durch den BDFL und durch die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft. (2) Weitere Trainerstationen waren der FSV Mainz 05 und der VfR Frankenthal. (2)

 

Mit Beginn der Saison 1968/1969 übernahm er noch einmal das Traineramt bei Kickers Offenbach, wo er bis heute als bedeutendster Trainer der Vereinsgeschichte zählt. Er stieg aber mit dem OFC bereits nach einer Saison wieder aus der Bundesliga ab. Am 16. November 1969 betreute er das letzte Mal Offenbach in der Regionalliga Süd als Trainer. (2)

 

Am 10. November 1993 verstarb die Frankfurt/Offenbacher-Trainerlegende in der Sachsenhäuser Nachkriegsheimat (Frankfurt am Main). (2)

 

Erfolge (2)

Eintracht Frankfurt

•             Deutscher Meister 1959

•             Europacupfinale 1960

•             Dreimaliger Süddeutscher Meister (1930, 1932, 1959)

•             Finale um die Deutsche Meisterschaft 1932

•             Gauligameister 1938

•             Sechs Teilnahmen an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft

Kickers Offenbach

•             Zweimal Süddeutscher Meister (1949 und 1955)

•             Finale um die Deutsche Meisterschaft 1950

•             Vier Teilnahmen an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft

 

 

Quellen:

1) Erich Müller in „100 Jahre Kickers Offenbach“

2)http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_O%C3%9Fwald

3)Spiegel 26/1950: Da kommen die Kickers her (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44448811.html)

4) „Als Benfica die Spanier schockte...“ (FIFA.com) Dienstag 31. Mai 2011

http://de.fifa.com/classicfootball/history/news/newsid=1444592/index.html

5) Zweiter Teil der Serie „50 Jahre deutsches Finale 1959 - Kickers gegen Eintracht“:Große Lobeshymnen auf Trainer Paul Oßwald

http://www.op-online.de/sport/kickers-offenbach/grosse-lobeshymnen-trainer-paul-osswald-380941.html

 

 

Popp, Eugen

    ∗ 3. Februar 1888 in Gera Elgersburg
    † 1915 gefallen bei Nogau

Vereinsgründer, Fußballer und Leichtathlet. Er gründete mit Karl Fricke und zwölf weiteren jungen Männern am 24.01.1906 in der Gastwirtschaft „Preußischer Hof“ den ersten Fußballverein in Saalfeld, den „Fußballverein Saalfeld von 1906“ (heute VfL 06 Saalfeld).                                                                                    Eugen Popp muss aus heutiger Sicht ein reisender Sportpionier mit „Macherqualitäten“ gewesen sein. Gerade von 1905-1908 wohnte er in Saalfeld, in der Oberen Straße 2,  bevor er nach Berlin zog. Der Verein stand auch 1910 unter seiner spielerischen Leitung. Über Erfurt kam er, nach Jena, wo er, wie in Saalfeld, mit Gleichgesinnten 1911 einen Verein, den V.f.B. Jena gründete und als leitender Angestellter der Bank von Thüringen arbeitete. „Er muss ein Mann von impulsiver Kraft und ansteckender Entschlossenheit gewesen sein.“, ein „pragmatischer Idealist“ mit „Strahlkraft“ heißt es in einer Jubiläumsschrift des Jenaer Vereins (1986). Für Fußball, Leichtathletik und selbst Eishockey war, „wie in fast allen Sportarten auch hier Eugen Popp der Matador“ (ebd.). Er organisierte Große Turniere und startete selbst als erfolgreicher Leichtathlet 1907 für den  FC Gotha 01. Der Sportclub Gera Sachsen-Gotha als Fußballverein mit den Farben grün-weiß (später SV 08 Geraberg) wurde am 09. Oktober 1908 gegründet. Möglicherweise zählte auch hier Eugen Popp zu den Gründern des Fußballvereins in seiner Geburtsstadt Gera Elgersburg, hier erscheint sein Name zumindest in der Mitgliederliste (1908-1925) der Herrenmannschaft. Die Saalfelder gedachten 1918 mit den „Eugen-Popp-Erinnerungskämpfen“ ihren im Weltkrieg gefallenen „Eugenius“, der es schaffte den FVS 06 auf einer Stufe mit den großen Vereinen Mitteldeutschlands zu halten.

Fricke, Karl

    ∗ 4. Juli 1887 in Zerbst
    † 25. Januar 1950 in Gera

Er gilt als Mitgründer und erster Vereinsvorsitzender des F.V.S. 06 heute VfL 06 Saalfeld. 

Gernhardt, Horst

    ∗ 17. November 1923
    † 31. Oktober 1994

Fußballspieler unseres Verein in den 1940er Jahren  – spielte zu Beginn der 50er Jahre als Stürmer mit den Saalfelder VfL 06-Spielern Kurt Wunderlich und Horst Rath bei Werder Bremen und bildete dort den Sturm der legendären „Texas-Elf“ von Werder.  

Horst Gernhardt, genannt „Hulper“, wuchs am Saalfelder Eckardtsanger auf und spielte zunächst beim MTV Saalfeld. Er war ein Spieler von großer Begabung und bekannt für seinen harten Schuss und seine Torgefährlichkeit. Auch Bundestrainer Sepp Herberger interessierte sich für ihn, jedoch hinderte wohl sein Handicap, er verlor im Krieg bei einem Flakeinsatz in Paris ein Auge, die sportlich Karriere in der Nationalmannschaft. Nach einem tragischen Sportunfall mit Todesfolge wechselte Gernhardt nach Reutlingen. (Quelle: Archiv VfL 06 Saalfeld)

 

Der durch eine Kriegsverletzung auf einem Auge blinde Stürmer wechselte 1947 vom VfL 06 Saalfeld zu Werder Bremen. In der Oberliga Nord erzielte Horst Gernhardt bis 1953 in 136 Spielen 76 Tore. Zur Saison 1953/54 wechselte Gernhardt zum SSV Reutlingen 05, der damals in der II. Division spielte. In seiner ersten Saison mit dem SSV gelang ihm der Aufstieg in die Oberliga Süd. In der Oberligasaison 1954/55 wurde Horst Gernhardt dort mit den Reutlingern Vizemeister. Damit hatten sich Gernhardts Reutlinger die Teilnahme an der Qualifikationsrunde der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1955 gesichert. Horst Gernhardt wurde in dieser Qualifikationsrunde bei der 0:3-Niederlage seiner Mannschaft gegen den SV Sodingen ebenso wie bei der anschließenden 1:2-Niederlage des SSV Reutlingen gegen Wormatia Worms eingesetzt. In der anschließenden Oberligaspielzeit stieg Horst Gernhardt mit dem SSV Reutlingen in die II. Division ab. Dort gelang Gernhardt mit dem SSV Reutlingen in der Spielzeit 1956/57 der direkte Wiederaufstieg. Am 18. Spieltag der Oberligasaison 1957/58 am 14. Dezember 1957 gegen den BC Augsburg vertrat er für wenige Spielminuten den Reutlinger Stammtorhüter Karl Bögelein. Nachdem er innerhalb von zwei Minuten zwei Gegentore durch den Augsburger Ulrich Biesinger hinnehmen musste, überließ er für den weiteren Spielverlauf jedoch seinem Mitspieler Kurt Vaas die Position des Torhüters. Wegen einem Kreuzbandriss beendete Horst Gernhardt 1961 seine Spielerkarriere. Für den SSV Reutlingen war Gernhardt in insgesamt 105 Oberligaspielen im Einsatz, in denen er 18 Treffer erzielte.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Gernhardt

 

 07/1953 - 06/1961 SSV Reutlingen

 07/1947 - 06/1953 Werder Bremen

 

Quelle: http://www.weltfussball.de/spieler_profil/horst-gernhardt/

Rath, Heinz

    ∗ 29. Juni 1921

Fußballer (Stürmer) beim VfL 06 Saalfeld zu Beginn der 1940er Jahre . Heinz „Mohrle“ Rath wechselte vom VfL 06 zu den Stuttgarter Kickers und spielte mit den Saalfelder Spielern Horst Gernhardt und Kurt Wunderlich Anfang der 1950er Jahre beim SV Werder Bremen, wo sie den Sturm der legendären „Texas-Elf“ von Werder bildeten.  

 

07/1952 - 06/1957      1. FC Schweinfurt 05

07/1948 - 06/1952      Werder Bremen

07/1945 - 06/1948      Stuttgarter Kickers

 

Quelle: http://www.weltfussball.de/spieler_profil/heinz-rath/

Wunderlich, Kurt

Fußballer (Stürmer) beim VfL 06 Saalfeld von 1939 bis 1945 Kurt „Tüte“ Wunderlich galt als einer der besten Spieler des Fußballgaus Mitte, spielte repräsentativ in der mitteldeutschen Auswahl, spielte zuvor bei Plauen und Thüringen Weida. Zu  Beginn der 1950er Jahre kickte er erfolgreich mit den Saalfelder VfL 06-Spielern Horst Gernhardt und Horst Rath beim SV Werder Bremen, wo sie den Sturm der legendären „Texas-Elf“ von Werder bildeten.  

Kressner, Franz

    ∗ 28. März 1900 in Dresden-Neustadt
    † 28. November 1982 in Saalfeld

Spieler, Schiedsrichter, Technischer Leiter, Presseberichterstatter und Kassierer der Sektion Fußball der BSG Motor Saalfeld, stellvertretender Vorsitzender des BFA Gera. In einer überaus langjährigen und überdurchschnittlich engagierten Weise prägte sein Wirken als Sportfunktionär die Entwicklung des Vereins seit 1936/37 bis zu seinem Tode im Jahr 1982. Franz Kressner wurde am 13.01.1978 zum Ehrenmitgied des Vereins ernannt.   

Schrödel, Rainer

    ∗ 22. Januar 1943
    † 18. Dezember 1999 in Saalfeld

Langjähriger Abteilungsleiter Fußball, ab 1964 Mitglied der  Vereinsleitung, Schiedsrichter in der Kreis- und Bezirksklasse sowie Linienrichter in der Bezirksliga bis 1993, 1975-1981 Staffellleiter Nachwuchs des Kreissfachausschusses Fußball, 1982-1999 Pressewart des Vereins sowie Sportberichterstatter bei der Ostthüringer Zeitung. Rainer Schrödel wurde durch den DTSB, DFV und den DFB mehrfach ausgezeichnet.

Stauche, Peter

    † 21. November 2009

Am Samstag, den 21.11.2009 verstarb viel zu früh im Alter von 60 Jahren unser langjähriges Vereinsmitglied und Stadionwart Peter Stauche. Mit großer Fassungslosigkeit nahm die VfL-Gemeinde die traurige Kunde seines Ablebens am Samstag-Mittag auf und gedachte ihm mit einer Gedenkminute vor dem Spiel.

 

Der Verein verliert ein verdienstvolles Mitglied, wie der Sport in Saalfeld einen zuverlässigen, kompetenten und engagierten Stadionwart. Erst im September gratulierte der VfL 06 Peter Stauche zum 60. Geburtstag und zu 50 Jahren Vereinsmitgliedschaft.

 

Peter Stauche ist seit 1959 Mitglied und kam 1968 als 19-Jähriger in die 1. Männermannschaft unter Erich Greiner. Verletzungen erzwangen die Beendigung seiner Spielerlaufbahn mit 23 Jahren. So begann er im Nachwuchbereich als Trainer und war tätig in vielen Verantwortungsbereichen und Ehrenämtern. Viele, heute noch aktive Leistungsträger, gingen durch seine "Schule". "Alle seine Erfolge reihen sich würdig in das Bemühen des Trainers Peter Stauche  ein, ordentliche Fußballer mit Balltechnik heranzubilden, die später ihren Mann im Männerbereich stehen. (...) Dabei achtet er nicht auf manch zusätzliche Stunde darüber hinaus, wenn es um Probleme seiner Jungen geht, und so manche Mark hat er ihnen nach guten Leistungen spendiert." Mit diesen Worten Rainer Schrödels fand die Leistung Peter Stauches bereits Eingang in der Chronik des Vereins.

 

Über 25 Jahre arbeitete Peter im Zeissbetrieb bevor er 1988 als Stadionwart seine Arbeit aufnahm. Man kann wohl ohne Übertreibung davon sprechen, dass das Saalfelder Stadion Saalewiesen sein zweites Wohnzimmer war. Das es zu den schönsten Sportanlagen Thüringens gehört und sein Heiligtum, der Rasenplatz, selbst von Profis als der beste Platz Thüringens bezeichnet wurde, ist vorallem mit sein Verdienst. Die Sportler und Verantwortlichen werden seine Kooperationsbereitschaft und seine optimistische Einstellung in Fußballfragen vermissen.

 

Peter Stauche erhielt für seine Tätigkeiten auch Anerkennung durch die Verbände und den Verein. So erhielt er Auszeichnungen (u.a. die Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes in Gold, die Ehrennadel des NOFV in Silber und die Ehrennadel des VfL 06), die sein außerordentliches Engament wiederspiegeln.

 

Der VfL 06 Saalfeld verneigt sich vor der Leistung von Peter Stauche und wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Unser Beileid und Mitgefühl gehört der Familie von Peter Stauche sowie seinen Angehörigen.

Reusche, Dieter

    † 27. August 2012

Am 27.08.2012 verstarb im Alter von 73 Jahren unser ehemaliger Trainer der ersten Mannschaft.

Als im Jahre 1989 die Sportfreunde Müller und Korn der BSG Carl-Zeiss-Saalfeld, wie unser Verein seinerzeit hieß, den Sportlehrer und Ex-Routinier Dieter Reusche aus Schwarza als Trainer anwarben, begann für die damalige Bezirksklassemannschaft (4. Liga in der DDR) eine erfolgreiche Epoche, denn auf Anhieb schaffte man 1990 den Aufstieg in die Bezirksliga Ostthüringen. Spieler wie Michael Grau, Uwe Koch, Thomas Fischer oder Torsten Sander gaben damals der Mannschaft ihr Gepräge. Er selbst holte damals persönlich die Spieler Hebig, Blasko, J. Gabel, P. Gabel und Knappe an die Saalewiesen. Spieler wie Thierfelder, M. Jäger, Schall, Giering, Haßmann, Büchner oder Scheidig spielten ebenfalls unter seiner Führung. Junge Spieler wie K. Rosenbusch, Klingsporn und Schultheiss baute er in die 1. Mannschaft ein.  In den folgenden vier Bezirksliga-Saisons erreichte die Mannschaft Platzierungen zwischen Rang 4 und 8. Unvergesslich die Fußballkämpfe gegen Kahla, Pößneck, Weida, Greiz oder Rudolstadt, die Fans in dieser Zeit miterleben durften. „Schöne Vereins- und Weihnachtsfeiern, Kegel- und Skatturniere sowie Skiwanderungen im Thüringer Wald“ gehörten zu seinen Erinnerungen an diese Zeit. Weiter schreibt er in seinem Erinnerungsbericht 1999: „Als besonders schönes Ereignis sehe ich an, daß während meiner Trainertätigkeit Mannschaftskapitän Michael Grau mein Schwiegersohn wurde.“ Die „Ära“ Dieter Reusche endete im Jahr 1994 bevor er zum Bezirksliga-Aufsteiger TSV Bad Blankenburg wechselte und in Saalfeld Rainer Schlutter seine Amtsnachfolge antrat. Noch einmal stieg „Adi“ Reusche, wie ihn seine Vereinskameraden nannten, zu Saisonbeginn 1999/2000 in das Traineramt beim VfL 06, doch nur für kurze Zeit, denn aus unterschiedlichen Ursachen endete sein Engagement schon im November 1999 (sein Nachfolger bis 2000 war dann Frank Oppel).

Ein tragischer Schicksalschlag zwang Dieter Reusche in den letzten Jahren in den Rollstuhl. Ein Wiedersehen für viele Saalfelder gab es dann zur 100-Jahr-Feier am 8. April 2006 im Meininger Hof. Hier wurde „Adi“ Reusche mit der goldenen Ehrennadel des VfL 06 ausgezeichnet.

Gedenken wir mit den Worten unseres verstorbenen Mitgliedes Rudi Kaiser aus dem Jahre 1994 an einen großen Sportsmann: „Dieter Reusche ist ein Fußballer vom Scheitel bis zur Sohle. Er wird auch bei der weiteren Trainertätigkeit im Saale-Schwarza-Kreis seine reichen Erfahrungen, seine Zuverlässigkeit und seinen unbedingten Siegeswillen auf junge Fußballtalente weitergeben. Die Saalfelder Fangemeinde ist ihm zu Dank verpflichtet.“

Als Sympathieträger und Freund bleibt er unvergessen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Möbius, Karl

    ∗ 29. April 1897 in Staßfurt
    † 23. Februar 1965 in Saalfeld

Deutscher Meister im Stabhochsprung 1926 für den VfL 06 Saalfeld. Möbius erreichte u.a. den Mitteldeutschen Meistertitel im Stabhochsprung 1926 und zwei Mitteldeutsche Meistertitel 1927 im Diskuswerfen (bestarmig und beidarmig). Auch das Vordringen der VfL-Leichtathletikabteilung auf Rang 10 von 949 geführten Vereinen der Punktgesamtwertung des V.M.B.V. (Verein Mitteldeutscher Ballspielvereine) 1927 steht in engem Zusammenhang mit den Leistungen von Karl Möbius. Mit seinen Vereinskameraden Martin Rauscher und Hermann Keck bildete er das deutsche Spitzentrio im Stabhochsprung. (Quell: Archiv VfL 06 Saalfeld)

 

„Unter großstädtischen Trainingsbedingungen wäre wohl auch der Saalfelder Karl Möbius ein Olympiaaspirant geworden. Bei den Deutschen Meisterschaften 1926 (in Leipzig) gelang es ihm, im Stabhochsprung mit 3,60 m alle Favoriten zu schlagen,. Die Erfolge von Karl Möbius und weiteren Saalfeldern stehen im Zusammenhang mit dem langjährigen Wirken des Leiters der Abteilung Leichtathletik im VfL 06 Saalfeld, Berthold Scheller. Darüber hinaus erhielt die Saalfelder Leichtathletik viele Impulse vom Weltrekordläufer Dr. Otto Peltzer, der von 1926-1933 als Lehrer an der nahegelegenen Freien Schulgemeinde Wickersdorf tätig war.

http://www.tlv-sport.de/der-tlv/geschichte-des-tlv/1918-1945

Peltzer, Otto

    ∗ 8. März 1900 Gut Ellernbrook in Drage
    † 11. August 1970 in Eutin

auch „Otto der Seltsame“ genannt, war ein deutscher Leichtathlet (15 mal Deutscher Meister, Weltrekorde als Mittelstreckenläufer, 2Olympia-Teilnahmen), Journalist, Lehrer und Trainer. Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf (FSG) holte ihn 1926 in das Thüringer Schiefergebirge 13 km südlich von Saalfeld, um dort als Pädagoge und Trainer zu wirken. Er trainierte sich und die Schüler der FSG und unterrichtete bis 1933 in den Fächern Biologie, Geschichte, Geografie und Sport. Otto Peltzer wurde Gastmitglied im VfL 06 und trainierte selbst und mit seinen Schülern im Stadion Saalewiesen, das gute Bedingungen bot für die Leichtathletik.

 

So erhielt auch die Saalfelder Leichtathletik, insbesondere die 1923 gegründete Abteilung des VfL 06, viele Impulse vom Weltrekordläufer Dr. Otto Peltzer. Peltzer baute in Wickersdorf eine schlagkräftige Jugend-Leichtathletik auf. Oft trainierte er im "Saalewiesen-Stadion" in Saalfeld und nahm an Sportfesten im Thüringer Raum teil. Nach seinen Siegen über die Olympiasieger Paavo Nurmi und Douglas Lowe im Jahre 1926 kam ihm in Saalfeld und Wickersdorf ein begeisternder Empfang zuteil. (1) Nach Informationen eines Zeitzeugen besuchte Peltzer noch einmal in den 1950er Jahren Saalfeld, wo ihm ein Empfang in der Saalfelder Gaststätte „Das Loch“ bereitet wurde.

 

Als Sportler durchlebte Otto Peltzer eine außergewöhnliche Karriere, die als an Kinderlähmung erkrankter Knabe beinahe wundersam begann. Vor allem aber ging Otto Peltzer als „kontrastreiche“ Persönlichkeit in die Sportgeschichte ein, da seine Biografie exemplarisch den persönlichen Konflik mit den jeweils herrschenden gesellschafts-politischen Verhältnissen abbildet und somit die historischen Konturen des 20. Jahrhunderts in besonderer Weise nachzeichnet. So kann man wohl sagen, dass die Person Peltzer in keinem deutschen System richtig ankam bzw. ankommen konnte. Das zeigen die Lebensereignisse zwischen NS-Vergangenheit und KZ Inhaftierung, zwischen Vorzeigesportler und Enttronten, zwischen seinem Exil in Schweden und  dem Ruhm in Indien, welche noch von der Umstrittenheit im Umgang mit ihm bis heute unterstrichen werden.

 

Er selbst berichtet in seinem Buch „Umkämpftes Leben: Sportjahre zwischen Nurmi und Zatopek“, Verlag der Nation, Berlin (Ost), 1955 (Weiter Literatur: Volker Kluge: Otto der Seltsame. Die Einsamkeit eines Mittelstreckenläufers: Otto Peltzer (1900 - 1970), Parthas-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-932529-74-X und Axel Schock & Karen-Susan Fessel: OUT!, Querverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89656-111-1)

 

Quellen:

(1) http://www.tlv-sport.de/der-tlv/geschichte-des-tlv/1918-1945

 

Autor: Christian Uthe

 

Lebensabschnitte und Karriere von Otto Peltzer

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Peltzer)

 

Sportliche Karriere in der Weimarer Republik

 

1925 lief Otto Peltzer in Budapest Weltrekord über 500 m (1:03,6 min), am 3. Juli 1926 Weltrekord über 800 m (1:51,6 min), und am 11. September 1926 besiegte er mit einem Weltrekord über 1500 m (3:51,0 min) den als „Wunderläufer“ bekannten Finnen Paavo Nurmi. Von 1922 bis 1933 war Peltzer 15 Mal Deutscher Meister und verbesserte elfmal einen deutschen Rekord. Der Weimarer Republik verhalf er mit seinen Erfolgen zu Ansehen im internationalen Sport und war so bekannt, dass er einen Werbevertrag mit einer Kaffee-Rösterei erhielt. Seine Eigenheiten, die sich besonders auf der großen Japan-Reise 1929 innerhalb der kleinen Mannschaft unter Leitung von Carl Diem bemerkbar machten, führten dazu, dass sein Mannschaftskollege, der Hürdenläufer Heinrich Troßbach, ihn mit dem Zusatz „Der Seltsame“ bedachte. Seitdem ging diese Bezeichnung als „Otto der Seltsame“ in die Sportgeschichte ein.

Zweimal nahm er an Olympischen Spielen teil. 1928 in Amsterdam erreichte er über 800 m das Halbfinale und schied über 1500 m im Vorlauf aus. 1932 in Los Angeles wurde er über 800 m Neunter und scheiterte über 1500 m erneut in der Vorrunde. In der 4-mal-400-Meter-Staffel kam er mit der deutschen Mannschaft auf den vierten Platz.

Peltzer studierte ab 1920 Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin, wo er Mitglied des VDSt Berlin wurde. Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf (FSG) holte ihn 1926 in das Thüringer Schiefergebirge, um dort als Pädagoge und Trainer zu wirken. Er trainierte sich und die Schüler der FSG und unterrichtete bis 1933 in den Fächern Biologie, Geschichte, Geografie und Sport.

 

Zeit des Nationalsozialismus

 

Nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten wurde Otto Peltzer wegen seiner Homosexualität unter Druck gesetzt und durfte an keinen Wettkämpfen mehr für Deutschland teilnehmen. 1933 trat er in die NSDAP und SS ein und hoffte auf einen Posten bei der Reichsjugendführung von Baldur von Schirach. Währenddessen arbeitete er als Redakteur bei der Reichswacht um „die Jugend auf die Bedeutung der Rassenhygiene“ hinzuweisen. In seiner Dissertation plädierte er für „die zwangsmäßige Unfruchtbarmachung geistig Minderwertiger und somit Entarteter“. Sie wurde mit summa cum laude bewertet. 1935 wurde er wegen Verstoß gegen den Paragrafen 175 verurteilt und verbrachte einige Jahre in Schweden im Exil. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1941 wurde er bis 1945 im KZ Mauthausen inhaftiert.

 

Nachkriegszeit

 

Nach dem Krieg bemühte sich der als Homosexueller gebrandmarkte Peltzer um die Stellen des Leichtathletik-Bundestrainers sowie des Rektors der Sporthochschule Köln, was jeweils vereitelt wurde. 1955 erschien sein biografischer Roman Umkämpftes Leben.

Gebrochen wanderte Otto Peltzer nach Indien aus, wo er sich als Leichtathletik-Nationaltrainer zwischen 1957 und 1967 im Aufbau des Nachwuchssports verdient machte. Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, starb er 1970 auf dem Heimweg vom Sportplatz. Erst im Jahre 1998 erinnerte sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wieder an den Rekordläufer und stiftete ihm zu Ehren eine Otto-Peltzer-Medaille. Die Aktion „Stolpersteine“ des Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte im Sommer 2008 eine Gedenktafel aus Messing im Straßenpflaster vor der ehemaligen Wohnung des Sportlers in der Jahnstraße 2 in Berlin-Kreuzberg. Der DLV übernahm die Patenschaft für diese Aktion, die von der Berliner Koordinierungsstelle der Aktion „Stolpersteine“ zusammen mit dem Kreuzbergmuseum organisiert wurde. In einer Feierstunde am 8. August 2008, dem Eröffnungstag der Olympischen Spiele in Peking, zeichneten der Ehrenpräsident des DLV, Theo Rous, und der Kölner Sporthistoriker Thomas Schnitzler das Schicksal des Athleten nach.

 

Bild : Bundesarchiv, Bild 102-05769 / CC-BY-SA

Kaiser, Rudolf

    ∗ 3. November 1928 Saalfeld
    † 29. November 2000

Fußballspieler, langjähriger Vereinsfunktionär und Vorstandsmitglied sowie Schullehrer.

 

„In „Rudi“ – wie ihn seine Sportfreunde nannten – verliert der Verein erneut eine tragende Säule seiner Vereinsarbeit. (…) Immer seltener werden Persönlichkeiten wie Rudi Kaiser, die den Hauptteil ihres Lebens mit all ihren Kenntnissen und Fähigkeiten dem ehrenamtlichen Engagement in einem Sportverein widmen. Für Rudi Kaiser war der Verein von den „Saalewiesen“ zur zweiten Heimat geworden.“ heißt es in einem Nachruf von Harald Mittelsdorf.

 

Bereits mit 14 Jahren gehörte Rudi Kaiser der Schülermannschaft des VfL 06 an. Unter dem legendären Vorkriegsspieler und Trainer Fritz Mattheß spielte er zwei Jahre später mit der A-Jugend um die Thüringer Meisterschaft. Doch das Endspiel gegen den Sportclub Erfurt kam nicht mehr zustand, da acht Mannschaftskameraden als Soldaten an die Front einberufen wurden.  Nach dem Krieg kickte Rudi Kaiser aktiv während seines Studiums in Erfurt und in den Orten seiner ersten Lehreranstellung. 1961 trat er in der Saalfelder Geschwister-Scholl-Schule seinen Dienst an. Sofort widmete er sich der Betreuung von Kindermannschaften in seinem alten Verein, der zu dieser Zeit den Namen „Motor“ Saalfeld trug. Zwischen 1970 und 1987 fungierte er offiziell als Nachwuchsleiter im Vereinsvorstand.

 

Er selbst erinnerte sich an die Anfangszeit seiner Arbeit als Nachwuchsleiter:

„…In einer Aussprache mit dem damals für den Fußball Verantwortlichen „Peppi“ Kunz, Edwin Metner und „Zambo“ Zimmermann wurde festgelegt, den Neuaufbau von ganz unten zu beginnen, auf Disziplin zu achten und wenn möglich die Hälfte der Kindermannschaft von Anfang an in das Trainingszentrum nach Gorndorf zu schicken. Die Spieler trainierten so einmal als Mannschaft zusammen und dreimal im Trainingszentrum (wöchentlich). Ergebnis war eine äußerst starke Kindermannschaft, von der später (Schülerbereich) drei Spieler in Bezirksauswahlmannschaften und an DDR-Spartakiaden teilnahmen (Kaiser 15 mal, Giering 14 mal und Fischer 13 mal)“.

 

Nach der Wende war Rudi Kaiser mit unterschiedlichen Aufgaben im Vereinsvorstand und zeitweilig auch als Betreuer der 1. Elf tätig. Seit dem Tode des unvergessenen Rainer Schrödel übernahm er das Verfassen der Spielberichte für die Presse. Die Pflege ausführlicher Statistiken mit Erfassung der Witterungsbedingungen zu den Spielen gehörte zu seiner leidenschaftlichen Arbeitsweise. Noch wenige Tage vor seinem Tode erschien in der OTZ aus seiner Feder der Bericht über das Heimspiel der 1. Elf gegen Schwarza. Viele Auszeichnungen wurden ihm ob seines selbstlosen ehrenamtlichen Einsatzes zuteil. Erwähnt sei an dieser Stelle nur die Verleihung der Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes in Gold am 24. Januar 1996 anlässlich des 90. Vereinsjubiläums des VfL 06. 

 

Quelle: Archiv VfL 06 Saalfeld e. V.

 

 

Escher, Werner

    † 8. März 1956

er gilt als Initiator im Sportplatzausbau der Sportstätte des FC Lok Saalfeld in der Langenschader Straße. 1954 wurde der Beschluss gefasst, einen Rasenplatz anzulegen. 63.000 Mark Totogelder und Zuschüsse des Kreises Saalfeld und der Reichsbahn standen zur Verfügung, den Schlackeplatz abzutragen und den neuen Platz anzulegen. Initiator damals war Werner Escher, welcher zwei Jahre später verstarb. Noch heute weist ein Gedenkstein auf der Sportstätte auf diesen sportbegeisterten Menschen hin.