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Kaiser, Rudolf

∗ 3. November 1928 Saalfeld
† 29. November 2000

Fußballspieler, langjähriger Vereinsfunktionär und Vorstandsmitglied sowie Schullehrer.

 

„In „Rudi“ – wie ihn seine Sportfreunde nannten – verliert der Verein erneut eine tragende Säule seiner Vereinsarbeit. (…) Immer seltener werden Persönlichkeiten wie Rudi Kaiser, die den Hauptteil ihres Lebens mit all ihren Kenntnissen und Fähigkeiten dem ehrenamtlichen Engagement in einem Sportverein widmen. Für Rudi Kaiser war der Verein von den „Saalewiesen“ zur zweiten Heimat geworden.“ heißt es in einem Nachruf von Harald Mittelsdorf.

 

Bereits mit 14 Jahren gehörte Rudi Kaiser der Schülermannschaft des VfL 06 an. Unter dem legendären Vorkriegsspieler und Trainer Fritz Mattheß spielte er zwei Jahre später mit der A-Jugend um die Thüringer Meisterschaft. Doch das Endspiel gegen den Sportclub Erfurt kam nicht mehr zustand, da acht Mannschaftskameraden als Soldaten an die Front einberufen wurden.  Nach dem Krieg kickte Rudi Kaiser aktiv während seines Studiums in Erfurt und in den Orten seiner ersten Lehreranstellung. 1961 trat er in der Saalfelder Geschwister-Scholl-Schule seinen Dienst an. Sofort widmete er sich der Betreuung von Kindermannschaften in seinem alten Verein, der zu dieser Zeit den Namen „Motor“ Saalfeld trug. Zwischen 1970 und 1987 fungierte er offiziell als Nachwuchsleiter im Vereinsvorstand.

 

Er selbst erinnerte sich an die Anfangszeit seiner Arbeit als Nachwuchsleiter:

„…In einer Aussprache mit dem damals für den Fußball Verantwortlichen „Peppi“ Kunz, Edwin Metner und „Zambo“ Zimmermann wurde festgelegt, den Neuaufbau von ganz unten zu beginnen, auf Disziplin zu achten und wenn möglich die Hälfte der Kindermannschaft von Anfang an in das Trainingszentrum nach Gorndorf zu schicken. Die Spieler trainierten so einmal als Mannschaft zusammen und dreimal im Trainingszentrum (wöchentlich). Ergebnis war eine äußerst starke Kindermannschaft, von der später (Schülerbereich) drei Spieler in Bezirksauswahlmannschaften und an DDR-Spartakiaden teilnahmen (Kaiser 15 mal, Giering 14 mal und Fischer 13 mal)“.

 

Nach der Wende war Rudi Kaiser mit unterschiedlichen Aufgaben im Vereinsvorstand und zeitweilig auch als Betreuer der 1. Elf tätig. Seit dem Tode des unvergessenen Rainer Schrödel übernahm er das Verfassen der Spielberichte für die Presse. Die Pflege ausführlicher Statistiken mit Erfassung der Witterungsbedingungen zu den Spielen gehörte zu seiner leidenschaftlichen Arbeitsweise. Noch wenige Tage vor seinem Tode erschien in der OTZ aus seiner Feder der Bericht über das Heimspiel der 1. Elf gegen Schwarza. Viele Auszeichnungen wurden ihm ob seines selbstlosen ehrenamtlichen Einsatzes zuteil. Erwähnt sei an dieser Stelle nur die Verleihung der Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes in Gold am 24. Januar 1996 anlässlich des 90. Vereinsjubiläums des VfL 06. 

 

Quelle: Archiv VfL 06 Saalfeld e. V.

 

 



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